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Agrilexikon (Quelle. i.m.a.)

                                                      

                                                                                         

Wissenswertes rund um die Landwirtschaft

 

Der steile Anstieg der Produktivität in der Landwirtschaft während der letzten hundert Jahre beschert uns den heute so selbstverständlichen Überfluss an Lebensmitteln.  Wir essen mit Genuss. Noch nie war die Auswahl so groß und der Tisch so reichlich gedeckt wie heute. Frische Früchte und zartes Gemüse aus aller Herren Länder zu jeder Zeit. Den Sonntagsbraten gibt es heute auch von Montag bis Samstag. All das ist nicht selbstverständlich  - weltweit hungern immer noch mehr als 800 Mio. Menschen und mehr als die Hälfte der Menschheit lebt heute noch so bescheiden wie wir vor 100 Jahren…

 

Wussten Sie schon…

 …dass vor gut 100 Jahren ein Bauer aus eigener Kraft nur seine Familie (mind. 4 Personen) ernähren konnte? 1950 waren es schon 10 Personen, heute dagegen ernährt ein Bauer ein ganzes Dorf (137 Personen) mit hochwertigen Lebensmitteln. In der arbeitsteiligen Gesell-schaft von heute erwirtschaften 2,5 Prozent aller Erwerbstätigen die Lebensmittel für die gesamte Bevölkerung.

 

…dass vor 100 Jahren ein landwirtschaftlicher Betrieb im Schnitt etwa 5,5 Hektar * bewirtschaftete, heute dagegen fast 7 mal so viel (37,2 Hektar)? Damals wurden etwa zehn mal mehr Arbeitskräfte (30,6) benötigt, um 100 Hektar zu bestellen, als heute (3,6). Mit Hilfe moderner Technik kann eine einzelne Person heute sogar mehrere Hundert Hektar Ackerflächen bestellen.

         *  -1 Hektar sind 10.000 Quadratmeter

             -Zum Vergleich: Ein Fußballfeld misst zwischen 6.400 und 8.250 Quadratmeter.

…dass die landwirtschaftlichen Erträge in den letzten 100 Jahren um das Drei- bis Vierfache gesteigert werden konnten? Heute ernten Landwirte bei uns pro Hektar ca. 7 Tonnen Weizen ( früher 1,9 t), 40 Tonnen Kartoffeln (früher 12,6 t) und 56 Tonnen Zuckerrüben (früher 26,5 t).

…dass es auch heute noch vergleichbare Ertragsunterschiede gibt?

In armen Regionen dieser Welt, wo moderne Technik, Saatgut, Düngung und Pflanzenschutz nicht verfügbar sind, sind Weizenerträge von 2 Tonnen pro Hektar keine Seltenheit. Weltweit wird ein Drittel aller Nutzpflanzen, die für die Ernährung der Menschen angebaut werden, von Pflanzenkrankheiten, Insektenbefall und Unkräutern vernichtet. Allein die Einbußen durch Viruserkrankungen bei Nutzpflanzen werden jährlich auf 2 Mrd. Dollar geschätzt! Ohne Verwendung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln würden die Erträge in Deutschland auf weit weniger als die Hälfte sinken. Das knappe Angebot müsste dann teuer bezahlt werden. Auch die Qualität ließe zu wünschen übrig, denn schlecht versorgte Pflanzen können sich weniger gut gegen Schädlinge wehren. Läuse im Salat, Würmer in den Äpfeln, Kirschen und Pflaumen sowie faule Tomaten wären die Quittung.

… das der Preis für Brotweizen in den letzten 50 Jahren um ein Drittel gesunken ist, von 17 auf 11 Cent je Kilo? Gleichzeitig haben die Arbeitslöhne der Industrie fast um das Zwanzigfache zugenommen und die Rohstoffpreise für Diesel, Dünger, Pflanzenschutzmittel und Maschinen sind enorm gestiegen!

 

… dass die Verbraucher vor 50 Jahren die Hälfte ihres Einkommens für Lebensmittel ausgaben? Heute (Stand 2003) sind es nur noch 12 Prozent.

 

… dass doppelt so viel, nämlich knapp ein Viertel des Einkommens heute für Mieten, Heizung, Strom, Wasser und Gas gezahlt werden?

Und selbst für den Urlaub geben wir noch mehr Geld aus als für Lebensmittel.

 

… dass bei uns gesunde Lebensmittel in ausreichender Menge für alle erschwinglich sind?

 

… dass die meisten heute selbstverständlichen Lebensmittel ursprünglich nicht bei uns heimisch waren? Dass Kartoffeln, Mais, Tomaten, Erdnüsse, Ananas und Schokolade vor der Entdeckung Amerikas bei uns unbekannt waren?      

 

… dass Kaffee seinen Ursprung im äthiopischen Hochland Afrikas hat und die Wiege des Tees in China stand?

 

… dass der Apfel erstmals zwischen Euphrat und Tigris angebaut wurde und auch Weinrebe, Birne und Mandel ihre Heimat im Nahen Osten (Türkei, Syrien, Palästina …) hatten?

 

… dass vor der Erfindung von Tiefkühler, Flugzeug und modernen Lagermethoden das Angebot an frischen Lebensmitteln auf wenige Tage, Wochen oder Monate im Jahr begrenzt war?

 

… dass es im Winter keine frischen Eier gab? Wer im Winter Eier haben wollte, musste diese vor Ende der Legeperiode im Herbst in Salzlake einlegen. Diese sogenannten Soleier verfärbten sich in der Lake gelblich-grün. Schmecken würden sie heute bestimmt niemandem mehr.

 

… dass es viele Fleischgerichte nur an Schlachttagen gab, also nur wenige Tage im Jahr? Fleisch war reiner Luxus. Den sprichwörtlichen Sonntagsbraten gab es nur bei wohlhabenden Bauern und wohlsituierten Bürgern. Für viele blieb ein Schweine- oder Rinderbraten ein seltener Festtagsschmaus.

 

… dass auch das Gemüseangebot vom Kalender bestimmt wurde? Frühgemüse wie Salate gab es nach langer Winterpause erst im April. Bohnen, Gurken und Tomaten kamen nur im Sommer frisch auf den Tisch. Während der kalten Jahreszeit gab es nur Konserviertes und Gelagertes oder Wintergemüse wie Kohl und Porree.

 

… dass die letzte Hungersnot in Deutschland erst 60 Jahre her ist – nach Ende des 2.Weltkrieges. Besonders die Städter waren davon betroffen. Sie kamen hungrig aufs Land und stahlen den Bauern die Früchte von den Feldern oder suchten bei ihnen Arbeit im Austausch für Lebensmittel.

 

… dass sich die Deutschen heute zu 90 Prozent durch Lebensmittel aus eigener heimischer Produktion ernähren können? Nach dem zweiten Weltkrieg war es gerade mal zu 35 %.

 

… dass heutzutage jeder Deutsche im Laufe seines Lebens im Durchschnitt 85.000 Mahlzeiten zu sich nimmt und dabei etwa 65.000 Kilo Lebensmittel verspeist? Ungefähr 10 Jahre seines Lebens benötigt er für die Zubereitung und den Verzehr.

Ein Deutscher verspeist durchschnittlich im Laufe seines Lebens: 6.900 kg Fleisch und Wurst, 6.750 kg Brot, 7.000 kg Gemüse, 9.800 kg Obst, 5.000 l Trinkmilch, 1.700 kg Käse, 2.400 kg Süßwaren und 17.400 Stück Eier

 

… dass die Preise für Lebensmittel in Deutschland im EU-Vergleich mit am günstigsten sind? Preiswerter einkaufen kann der Verbraucher nur noch in Griechenland, Portugal und Spanien. Am teuersten sind Lebensmittel im Norden Europas: In Dänemark kosten sie gut ein Viertel mehr als im EU-Durchschnitt.

 

… dass wir für die gleiche Menge Lebensmittel immer weniger arbeiten müssen? So sind die Löhne seit 1950 um das 18-fache und die Brotpreise beispielsweise um das 7-fache gestiegen.

 

… dass wir in Deutschland ca. 13.400 Discounter haben – das sind so viele wie in Frankreich, Spanien, Italien, Norwegen, Großbritannien, Dänemark, Finnland und Belgien zusammen!

 

… dass von jedem Euro, der heute für Nahrungsmittel ausgegeben wird, die Bauern als Erzeuger im Durchschnitt gerade einmal 24 Cent erhalten – zu Anfang der 70er Jahre waren es noch 50 Cent! Beispielsweise kommt vom Kaufpreis für ein Brötchen nur noch 1 Cent beim Bauern an!

 

… dass eine Kuh pro Tag etwa 19 Liter Milch gibt? Das sind 2 Eimer oder 100 Gläser Milch voll. Daraus lassen sich 4 Päckchen Butter oder 2 kg Käse oder 44 große Gläser Joghurt herstellen!

 

…dass der englische Graf Sandwich sein Kartenspiel für das Essen nicht unterbrechen wollte. Daher ließ er sich einen Imbiss aus Fleisch, Brot und Salat an den Spieltisch bringen. Dieser wurde später nach ihm benannt: Das Sandwich!

 

… dass Hühner nicht jeden Tag ein Ei legen? Tatsächlich legt ein Huhn pro Jahr rund 270 Eier, also etwa fünf Stück pro Woche.

 

… dass gentechnisch veränderte oder bestrahlte Lebensmittel laut Expertenmeinung weitaus ungefährlicher sind als von der Bevölkerung angenommen? Das Risiko, durch mikrobiell verseuchte Lebensmittel zu erkranken, wird nach wissenschaftlichen Erkenntnissen 40-mal höher eingeschätzt als die Gefahr, durch „Chemie im Essen“ krank zu werden.  

  

Standpunkte

 

Kühe sind lila, Milch kommt aus der Packung und das Schnitzel von der Fleischtheke:

Was viele Menschen in Zeiten des Überflusses leicht vergessen, ist, dass es ohne die Landwirtschaft keine Lebensmittel gäbe.

Das große Angebot, die hohe Qualität und die günstigen Preise für Lebensmittel sind dem Wandel in der Landwirtschaft zu verdanken. Der Einsatz von Traktoren und Großmaschinen, die Züchtung besonders leistungsfähiger Pflanzen und Tiere sowie die Verbesserung von Fütterung, Düngung und Pflanzenschutz brachten eine Leistungssteigerung mit sich, von der letztendlich der Verbraucher heute am meisten profitiert. Noch nie war die Palette der angebotenen Produkte so groß. Noch nie wurden unsere Lebensmittel so preisgünstig angeboten.

Noch nie blieb für den Landwirt so wenig übrig!

 

Noch nie war die Bevölkerung so gut mit qualitativ hochwertigen und sicheren Lebensmitteln versorgt wie heute. Dennoch ist bei den Verbrauchern die Verunsicherung groß. Skandale wie der Gammelfleischskandal und die damit zusammenhängende Berichterstattung in den Medien haben dazu beigetragen, dass jeder zweite Deutsche in Nahrungsmitteln eine Gefahrenquelle für seine Gesundheit sieht. Dabei wird alles mögliche unternommen, um die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten und weiter auszubauen:

Über 400.000 Stichproben werden jährlich von der amtlichen Lebensmittel-Überwachung bei den Erzeugern, auf den Großmärkten und im Einzelhandel entnommen und auf ihren Gehalt an Rückständen und die Einhaltung der geltenden Höchstgrenzen untersucht; Qualitätssicherungssysteme wie zum Beispiel QS ( in unserem Betrieb beispielsweise für Milch) wurden aufgebaut, die den gesamten Produktionsprozess überwachen. Und die seit dem 01. Januar 2005 geltende EU-Verordnung 178/2002 verpflichtet alle Beteiligten der Lebensmittelkette zu einer lückenlosen Rückverfolgbarkeit ihrer Produkte.

 

Rückstände unter der Lupe

 

Unerwünschte Rückstände in Lebensmitteln kommen aus Umweltverunreinigungen, aus der Behandlung von Lebensmitteln oder aus nicht vollständig abgebauten Pflanzenschutz- oder Vorratsschutzmitteln. Meldungen über Rückstände erwecken oft den Eindruck, als ob Verbraucher akuten Gefahren ausgesetzt würden. Tatsächliche Gefährdungen von Verbrauchern treten jedoch extrem selten auf und werden umgehend beseitigt.

 

Wussten Sie schon…

 … dass 200 Rechtsvorschriften die Umsetzung des Lebensmittelrechtes gewährleisten?

 

… dass der Landwirt, der Händler und der Lebensmittelhersteller von der amtlichen Lebensmittelüberwachung genauestens kontrolliert werden? Natürlich gibt es auch hier schwarze Schafe!

 

… dass der Landwirt vom Amt für Landwirtschaft zur Einhaltung der Cross Compliance- Auflagen u.a. auch zur Anwendung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln genauestens kontrolliert wird und Verstöße mit Abzug von den Direktzahlungen geahndet werden?

 

… dass alle Untersuchungen und Analysen belegen, dass unsere Lebensmittel so sicher sind wie nie zuvor?

 

… dass von den insgesamt in Lebensmitteln gefundenen unerwünschten Rückständen nur 0,5 % auf landwirtschaftliche Rückstände, also Tierarzneimittel oder Pflanzenschutzmittel, zurückzuführen sind? Der überwiegende Teil sind natürliche Pilzgifte, Schwermetalle und Mikroorganismen (z.B. Salmonellen).

 

… dass eine Tasse Kaffee ca. 10 mg potentiell krebsauslösende natürliche Chemikalien enthält? Das ist weit mehr als die Menge an synthetischen Pflanzenschutzmittel-Rückständen, die ein Mensch pro Jahr über Nahrungsmittel zu sich nimmt!

 

… dass schon Paracelsus 1540 feststellte, dass allein die Dosis bestimmt, ob ein Ding Gift ist oder nicht? So kann ein Pfund frisch gebackenes Brot zu Magenkoliken und schlimmstenfalls zum Tode führen.

 

… dass manches moderne Fungizid (pilzabtötendes Pflanzenschutzmittel) verträglicher ist als Kochsalz?

 

… dass Bundesregierung und Wirtschaft die Verbraucher mit Verpackungen schützen wollen, die vergammeltes Fleisch erkennen und anzeigen können? Die Entwicklung solcher "intelligenter Verpackungen" solle Teil des Innovationsprogrammes des Bundesverbraucher-schutzministeriums werden, berichtet die "Saarbrücker Zeitung".           

 

… dass es nicht nur einen, sondern gleich drei Werte gibt, die bei Rückständen in Lebensmitteln eine Rolle spielen?

1.Der Höchstmengenwert MRL ist ein gesetzlich festgelegter Wert und bezieht sich auf die Menge aktiven Wirkstoffs im Lebensmittel. MRL dienen dem vorbeugenden Verbraucherschutz und stellen einen Handelsstandard dar. Bei Pflanzenschutzmittelrückständen können in den verschiedenen Ländern der EU für ein- und denselben Wirkstoff unterschiedliche MRL gelten, was regel-mäßig zu vermeintlichen Skandalen und unnötiger Verbraucherverunsicherung führt.

2. Der ADI gibt die akzeptable Tagesdosis in mg aktiven Wirkstoffs je kg  Körpergewicht an, die ein Mensch ein Leben lang unbeschadet aufnehmen kann. ADI-Werte sind so großzügig kalkuliert, dass selbst die Überschreitung des ADI nur in Ausnahmefällen ein echtes gesundheitliches Risiko darstellt. Hier handelt es sich um einen Wert, der über einen längeren Zeitraum überschritten werden müsste, bevor negative Effekte entstehen können.    

3. Die akute Referenzdosis bezeichnet die akzeptable einmalige Dosis in mg aktiven Wirkstoffs je kg Körpergewicht, die ein Mensch unbeschadet aufnehmen kann. Dieser toxikologische Grenzwert bezieht sich auf das akute Gefährdungspotenzial während der Nahrungsaufnahme binnen 24 Stunden. Wird die akute Referenzdosis überschritten, ist Gefahr im Verzuge und es muss schnell gehandelt werden, um den Verbraucher zu schützen.

… dass Lebensmittel mit überschrittenem MRL nicht verkauft werden dürfen? Falls Gesundheitsgefährdungen nicht ausgeschlossen werden können, muss die Ware vollständig aus dem Verkehr gezogen werden. Derartige Rückholaktionen sind mit hohen Kosten verbunden!

… dass Lebensmittel regelmäßig auf unerwünschte Stoffe untersucht werden? Dieser sogenannte Monitoringplan wird jedes Jahr neu er-arbeitet, sowohl hinsichtlich der zu untersuchenden Lebensmittel als auch der zu analysierenden Stoffe.

… dass Erzeuger, bei deren Waren eine Überschreitung des MRL festgestellt wurde, mit verschiedensten Auflagen belegt werden können?

 

… dass es EU-weit ein Schnellwarnsystem gibt? Wenn bei Lebensmittelkontrollen Rückstände gefunden werden, die eine Gesundheits-gefährdung bedeuten könnten, meldet das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit dies an das europäische Schnellwarnsystem RASFF in Brüssel. Damit ist es möglich, über alle Grenzen hinweg Schutzmaßnahmen für die Verbraucher zu ergreifen. Das Schnellwarnsystem arbeitet an allen Wochentagen rund um die Uhr.


Verkehrte Welt
Landwirtschaft gehört zu einem der vielseitigsten und interessantesten Wirkungsbereiche auf dieser Erde. Wer in der Landwirtschaft arbeitet, hat einen der schönsten und gleichzeitig einen der härtesten Berufe. Leider haben die Landwirte in den vergangenen Jahren die negativen Seiten ihrer Tätigkeit besser kennengelernt, als ihnen lieb war. Wir leben in einer Zeit, in der die Wertschätzung der Nahrungsmittel täglich abnimmt. Ist es nicht „verkehrte Welt“, wenn die Grundlage unseres Lebens von so geringer Bedeutung ist? Johannes Thomsen aus Rendsburg und Prof. Alfons Janinhoff aus Bingen haben die Lage der Landwirtschaft auf den Punkt gebracht:
Wir leben in einer Zeit, ...
in der 1 t Kohle teurer ist, als 1 t Getreide,
in der 1 kg Katzenfutter mehr kostet als 1 kg Kotelett,
in der die Entsorgung 1 t Müll teurer ist als 1 t Getreide,
in der für 1 l Mineralwasser mehr bezahlt wird als für 1 l Milch,
in der 1 m² Teppichboden das Mehrfache eines Quadratmeters Ackerland kostet,
in der die Priorität der Landnutzung für die Bevölkerung folgende abnehmende Rangfolge einnimmt: 1. Moore, 2. Wälder, 3. Straßen, 4. Gebäude, 5. Grünland, 6. Ackerland,
in der Verbraucher nur noch 12 bis 15 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Nahrung ausgeben,
in der Freizeit, Mobilität, Wohnung mehr Geld beanspruchen als Nahrung,
in der die Krankheits- und Kurkosten teurer sind als die Nahrungskosten (12 bis 15 Prozent des Bruttolohns),
in der für Alkohol und Nikotin in der Bundesrepublik mehr ausgegeben wird, als der deutsche Landwirt für alle erzeugten Produkte erhält,
in der die Landwirtschaft die Naturlandschaft kostenlos pflegt, sich aber für die dabei abfallende Nahrungserzeugung entschuldigen muß!

 

Vergessen wir nicht:

Die Natur selbst und der falsche Umgang mit Lebensmitteln kann für uns alle giftig sein!

 

                                Links:

                                               www.vitalernaehrung.de         Was steckt in unserer Nahrung?

 

www.kritischer-agrarbericht.de                 „Der kritische Agrarbericht“ dokumentiert die ganze thematische Breite der agrapolitischen Debatte eines Jahres vor dem Hintergrund der europäischen und weltweiten Entwicklung.

PDF Bericht zur Bewertung von Lebensmitteln verschiedener Produktionsverfahren vom Senat der Bundesforschungsanstalten:

                                       "Qualitative Bewertung von Lebensmitteln aus alternativer und konventioneller Produktion"

                                             (Zum Betrachten der PDF benötigen Sie den ADOBE Acrobat Reader)         

 

 

Der BSE-Wahn!

Die Agrarwende

Noch vor einigen Jahren galt die Bundesrepublik als absolut BSE-frei. Unser Verfahren der wesentlich sichereren Tiermehlgewinnung (gegenüber England) sollte alle Bedenken beiseite räumen. Leider wurde dabei vergessen, dass wir nicht isoliert leben und wirtschaftlich international verflochten sind. Dies trifft nicht nur bei Futtermitteln, sondern auch für die Rinder selbst zu. Solange so viele Fragen zu BSE ungeklärt sind, gibt es keine hundertprozentige Sicherheit! Etwas mehr Zurückhaltung in Aussagen über das Sicherheitsrisiko wäre bei Politikern und Interessenvertretern angebrachter gewesen. Die schnellen Beschuldigungen, die Ursachen der Krankheiten lägen bei der konventionellen Landwirtschaft, sind genauso unhaltbar wie die jahrelangen Anschuldigungen, vor allem anderen seien die Bauern verantwortlich für Nitratbelastung der Gewässer und der Luft sowie Landschaftszerstörung. Man nimmt schlicht nicht zur Kenntnis, dass europaweit BSE in kleinen und großen Betrieben zuschlägt, dass auch Extensivrinder und Kühe auf Biohöfen erkranken. Unbelastet von der Realität wurde die moderne Landwirtschaft trotzdem für BSE und MKS verantwortlich gemacht - und die "Agrarwende" sollte es richten. Keine "Agrarfabriken" mehr, endlich gesundes, wohlschmeckendes Essen, Schluß mit Pestiziden und Chemiedüngern - eben "Klasse statt Masse".

Wer Bioprodukte, aus welchen Gründen auch immer, haben will, soll sie haben. Aber wenn es nur noch Biobauern in Deutschland gäbe, müsste die Hälfte der Deutschen hungern oder vom Ausland ernährt werden. Schon jetzt ist Deutschland - nicht die EU - weltweit größter Lebensmittelimporteur und importiert weit mehr Agrargüter als Russland und China zusammengenommen! Auch die Biolandwirtschaft ist als Ganzes zu bewerten, ihre Möglichkeiten, aber ebenso ihre Grenzen sind ungeschminkt und realistisch aufzuzeigen.

 

Fazit

Die oft angeprangerte " Agrarindustrie" gibt es verstärkt in der Geflügel- und Schweinemast, aber kaum in der Rinderhaltung. Auch ist nicht sie für die Krise verantwortlich, zumal der größte Teil der erkrankten Tiere aus einzelbäuerlichen Betrieben stammen. Es kann jeden treffen, egal ob Einzel- oder Biobauer, GbR oder genossenschaftlicher Betrieb! Wir meinen, dass von allen in der deutschen Landwirtschaft gehaltenen Tierarten bei unseren Rindern am wenigsten unnatürliche Mittel eingesetzt werden. Sie erhalten viel selbsterzeugtes Futter z.B. als Silage und nur Milchleistungsfutter/Sojaschrot wird zugekauft.

Seit 1994 ist die Fütterung von Tiermehl an Rinder grundsätzlich verboten, ebenso die Verabreichung von Hormonen. Antibiotika werden lediglich zur Krankheitsbekämpfung eingesetzt. Wir werden keinen schuldig sprechen, weil es niemanden gibt, der allein oder zu einem großen Teil für die BSE-Krise verantwortlich war. Leider sind viele Fehler gemacht worden, größtenteils aus Unwissenheit. Und mit Sicherheit gibt es in den einzelnen Sparten auch einige "schwarze Schafe", die vorsätzlich gegen bestehende Gesetze verstoßen haben.
Genauso wehren wir uns aber auch gegen Meinungen, die konventionelle Landwirtschaft würde die Umwelt vergiften, krankmachende Nahrungsmittel produzieren etc. Oft wird behauptet, dass Ökoprodukte nicht nur teurer, sondern auch schmackhafter und von besserer

( gesünderer ) Qualität seien, da der Anbau auf "natürliche" Weise erfolgt, weitgehend ohne Mineraldünger und chemische Spritzmittel.

Und doch lassen sich kaum Nahrungsmittelvergleiche zwischen konventioneller und ökologischer Produktionsweise finden bzw. belegt ein durchgeführter Vergleich, dass es keine nennenswerten Unterschiede gibt. Zwar nehmen Ökobetriebe für sich in Anspruch, gesündere und hochwertigere Bio-Nahrungsmittel zu produzieren, aber den belegbaren Beweis für die bessere Qualität bleiben sie schuldig. Und nicht zuletzt gibt es hier in der jüngeren Vergangenheit auch Skandale. Auch während der akuten Phase der BSE-Krise war der Verbraucher - bis auf wenige zahlungskräftige Ausnahmen - nicht bereit, grundsätzlich auf ökologische Lebensmittel umzusteigen und dafür auch einen höheren Preis zu zahlen.
Man sollte es den Verbrauchern überlassen, zu welchen Lebensmitteln er greift. Nicht auf dem Verordnungswege, sondern über das Kaufverhalten sollte sich der Lebensmittelmarkt regulieren, denn Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.

Es war und ist immer so: An der Ladentheke bestimmt der Kunde durch sein Kaufverhalten, was im Lande produziert wird! Wichtig für uns Landwirte ist es, das Vertrauen der Abnehmer in unsere Produkte zurückzugewinnen. Dem wollen wir uns stellen!
Einen Anfang haben wir mit dem Tag der offenen Tür zu unserem Betriebsjubiläum 2001 gemacht, der ganz im Zeichen der "Gläsernen Produktion" stand. Dort konnte sich jeder bei einer Begehung unserer Stallanlage davon überzeugen, dass unsere Rinder art- und tierschutzgerecht gehalten werden. Auch die in den Folgejahren stattgefundenen Veranstaltungen standen ganz unter diesem Aspekt. Auch in diesem Jahr kann zu unserer Flurfahrt die Stallanlage besichtigt werden.
Wir werben um das Vertrauen unserer Verbraucher und wollen eine schöne und fruchtbare Kulturlandschaft erhalten -

das meint das Team der Landgut Möllern GmbH und der Landhof Hasseltal GmbH